Adobe Stock Photos vs. Bildagenturen

Kategorie: Druckvorstufe | 2 Kommentare »

Gerade wollte ich einen Artikel zu Adobe Stock Photos im Vergleich zu Bildagenturen schreiben, da musst ich gerade lesen, dass Adobe deren Service mit 31. März 2008 einstellt (siehe Meldung Adobe). In der Tat hatte Adobe zum Teil mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen, obwohl der Grundgedanke eigentlich superb war. Was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack für tausende Adobe Anwender.

Grossartige Idee

Vom Konzept her war Adobe Stock Photos genial. Der Anwender sollte über eine zentrale Schnittstelle mehrere dutzende Bildagenturen durchsuchen, sich Layout Dateien herunterladen und in sein Layoutprogramm einbauen können. Nach Freigabe konnte der Anwender direkt über die Schnittstelle das gewünschte Bild kaufen und platzieren. Die jeweilige Positionierung und der Ausschnitt wurden dabei automatisch übernommen.

Die Kosten pro Bild sollten dabei identisch mit den Angeboten der Bildagenturen sein.

Probleme mit Adobe Stock Photos

Jedoch war bei Adobe Stock Photos nicht alles eitle Wonne.

  • Das Einloggen in den User-Bereich verlief nicht immer reibungslos, bzw. musste man sich mehrmals einloggen, um Bilder zu bestellen.
  • Die UID-Nummer wurde nicht übernommen, was bedeutete dass immer die MwSt. verrechnet wurde. Diese konnte man zwar zurückverlangen, war aber nicht im Sinne der einfachen Handhabung.
  • Adobe Stock Photos konnte im Gegensatz zu Bildagenturen keine Bild-Kollektionen anzeigen. Oftmals kann man bei Bildagenturen Bild-Kollektionen mit mehreren hunderten Bildern bestellen, welche nur einen Bruchteil kosteten, als wenn man diese einzeln bestellt.
  • Bilder konnten nur mit Kreditkarte geordert werden, was schon schnell einmal den Einkaufsrahmen sprengte.
  • Im Falle einer Supporanfrage gestaltet sich das bei Adobe wie gewohnt als recht mühselig und langwierig.

Vorteil Bilderagenturen

Bildagenturen sind hier zum Teil klar im Vorteil. Vor allem was den Support anbelangt, aber auch die unterschiedlichsten Zahlungsmodalitäten und die Möglichkeit CD-Kollektionen für einen relativ günstigen Preis zu bestellen, geben den Bildagenturen den klaren Vorzug. Auch bieten Bildagenturen immer wieder Rabatte an, welches sich auf das Geldbörserl recht angenehm auswirken.

Schnelles Handeln gefragt

Alle Graphiker, welche über dieser Software Bilder bezogen und damit gelayoutet, aber noch nicht die Feindaten bestellt haben sollten sich demnach beeilen, die entsprechenden Fein-Daten zu bekommen. Garantie, dass diese später auch bei den entsprechenden Bildagenturen zu bekommen sind gibt es keine!

Fazit

Trotzdem hinterlässt die Ankündigung seitens Adobe einen recht bitteren Nachgeschmack. Eher hätte man noch Nachbesserungen erwarten dürfen, wurde doch Adobe Stock Photos in Zusammenarbeit mit Bridge immer wieder gross angekündigt und beworben. Ein flottes That´s it, ist halt doch nicht genug.

Bleibt zu befürchten, dass Adobe Bridge demnächst auch irgendwann gecancelt wird, ist doch dieses Programm auch nur eine halbherzige Lösung, wo man nicht genau weiss, wohin man diese einordnen soll. Am besten noch in die Richtung Bildbrowser mit Bearbeitungsfunktion.

War ich der einzige, der ab und zu mit diesem Service gearbeitet hat, und dem ich doch noch eine Zukunft gegeben hätte?

2 Antworten zu “Adobe Stock Photos vs. Bildagenturen”

  1. Jean

    Bin auch erschüttert über diese Meldung und komme mir irgendwie verarscht vor. Erst im Dezember habe ich unseren Leuten in der Agentur die Vorzüge von Adobe Stock Photos beigebracht, nun stehe ich ein bisschen blöd da.

    Adobe wird mir mit deren Firmenpolitik langsam aber doch immer unsympathischer.

  2. Valerie

    Die Grundidee war wirklich spitze. Direkt aus dem Layoutprogramm die benötigten Bilder zu bestellen. Auch ich finde die Vorgehensweise von Adobe nicht korrekt.

    Adobe nahert sich meiner Meinung nach immer mehr der Firmenpolitik von Quark.

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