Abmahnwelle von Getty Images

Kategorie: Schlagzeilen, Verlage | 3 Kommentare »

Stapelweise Rechnungen wurden in letzter Zeit von der amerikanischen Bilderagentur Getty Images an deutsche Webseitenbetreiber verschickt (siehe Meldung Spiegel), welche nach Ansicht der Agentur illegal deren Bilder verwendet haben. Um die 2000,- Euro wolle man für die unberechtigte Nutzung von Getty Images Photos haben. Einige Beschuldigte wehren sich.

Abmahnung durch externe Unternehmen

Für das Aufspüren von illegal verwendeten Bildern wurde seitens Getty Images ein externes Unternehmen beauftragt. Wie so oft wird auf Teufel komm raus abgemahnt, in vielen Fällen auch gerechtfertigt.

Allerdings melden sich immer mehr User, welche nach deren Ansicht zu Unrecht abgemahnt wurden, weil diese angeblich eine Lizenz für die beanstandeten Bildern gekauft habe. Leider haben aber einige User Probleme dies nachzuweisen, da die Käufe zum Teil Jahre zurückliegen, oder bei einer anderen Bildagentur gekauft wurden.

Tatsächlich dürfte selbst Getty Images zum Teil nicht mehr genau durchblicken, welche Bilder vom wem gekauft bzw. lizenziert wurden, da das Unternehmen die letzten Jahre dutzende andere Unternehmen aufgekauft und einverleibt, und somit deren Bildrechte erworben hat.

Rechnungen aufbewahren

Einzig und allein eine Rechnung auf ihren Namen kann vor einer Abmahnung schützen. Es ist klug diese mindestens solange aufzubewahren, wie das jeweilige Bild verwendet wird. Dies sollte man im Prinzip mit allen Sachen machen, welche nur lizenziert werden bzw. wo das Urheberrecht angewendet werden kann.

Weiters sollte man darauf achten, wenn Auftragsarbeiten durch ein Subunternehmen ausgeführt werden (z.B: Webdesign, Erstellung von Foldern, etc.), dass Sie sämtliche Rechte bzw. Lizenzen für die verwendeten Bilder, Videos, Logos, etc. besitzen. Auch hier unbedingt die original, schriftliche Bestätigung vom Graphiker zuschicken lassen.

Denn sollten illegal Elemente verwendet werden, werden man selbst abgemahnt, auch wenn man die Webseite nicht selbst entworfen hat. Das ist unter anderem einer der Gründe, warum professionelle Graphiker/Webdesigner um einiges teurer sind, als der Student von nebenan, welcher sich weder um irgendwelche Bildrechte kümmert, noch Steuern abführt.

Bitterer Nachgeschmack

Was bleibt ist ein bitterer Nachgeschmack und erinnert sehr an die stümperhafte Vorgehensweise der Musikindustrie. Rechte einfordern ist korrekt, aber bitte nicht blind herumschlagen und auf stur schalten.

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3 Antworten zu “Abmahnwelle von Getty Images”

  1. Corinna Rasche

    Der Abmahnwahn nimmt bedrohliche Züge an!
    Auch ich habe eine Abmahnung von dieser Firma GI mit ihren dubiosen Geschäftspraktiken erhalten.
    Ich habe mir ganz legal eine Software zum Erstellen einer Website gekauft.
    Wenn ich dies so benutze, wie es die Geschäftsbedingungen verlangen, dann verstehe ich es nicht, warum ich mich damit strafbar mache.
    Da stellt sich für mich die Frage, warum soll ich mir etwas kaufen, wenn ich mich sowieso strafbar mache.
    Dann kann ich gleich auf Raubzug durch das WWW gehen. Wenn ich dann erwischt werde, weiß ich wenigstens warum ich bestraft werde.
    Wäre es nicht ratsam das die Gerichte diesen Irrsinn endlich mal Einhalt gebieten???

    Wenn ich über GI im Internet recherchiere, kommt mir der Verdacht, das die ihr Geld nur mit Abmahnungen verdienen. Haben die Überhaupt noch Kunden?

    Mein ganzer Fall ist zu finden unter:
    http://www.harzhexe.com/hexenjagd

  2. Dieter Gotzen

    Auch wenn es jetzt vielleicht doof klingt: das ist die Quittung, wenn das Bildmaterial von allen Seiten mehr oder weniger anonym angeboten und verkauft wird.

    Genau diesen Trend befürchtete ich vor zwei Jahren, als GI mir anbot, meine Bilder/Fotos dort einzustellen. Jeder ortsansässige Fotograf hat i. d. R. ein relativ großes Bildarchiv, und sicherlich kann dort über eine Lizenz gesprochen werden. Zumindest mache ich dies hier bei mir.

    LG Dieter

  3. Corinna Rasche

    Der Abmahnwahn kennt keine Grenzen.

    Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen ist eine clevere und sehr einträgliche Geschäftsidee.

    Wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung hatte ich monatelangen Streit mit Getty Images (weltgrößter Lizenzgeber für Grafiken) und ihren Anwälten wegen einer vor mehreren Jahren in meiner Homepage eingefügte Grafik.

    Viele Recherchen im Web überzeugen mich von meiner Vermutung, dass solche Firmen bewusst auf „alte“ Grafiken aus sind, da nach vielen Jahren keiner mehr richtig nachvollziehen kann, wer diese Grafik mal veröffentlicht hat und woher diese stammt. Schon ist der Hompagebesitzer in Erklärungsnot und aus Angst vor Anwälten und Mehrkosten zahlen viele freiwillig. Wirklich ein sehr einträgliches Geschäft, welches vom deutschen Gesetzgeber gut unterstützt wird.

    Ich habe gekämpft und gewonnen! Mein ganzer Fall unter: http://www.harzhexe.com/hexenjagd

    Im Fernsehen wurde mein Fall ausgestrahlt am: 15.Juli 2010 um 20.15Uhr vom MDR in der Sendung ein Fall für Escher.

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