PDF/X – Leitfaden Teil 4

Kategorie: PDF | 7 Kommentare »

pdficonWer die Schritte der ersten drei Kapiteln (1, 2, 3) gewissenhaft umgesetzt, das Farbmanagement korrekt eingestellt, die Bilder kontrolliert und bei Bedarf in den benötigten Farbraum konvertiert hat, für dem sollte die Erstellung eines drucktauglichen PDFs mit PDFX Zertifizierung keinerlei Problem mehr darstellen. Wie so oft fangen die Probleme erst an, wenn man vorher unsauber gearbeitet hat – aber schön alles der Reihe nach.

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Sofern sauber gearbeitet, die Daten im korrekten Farbmodus abgespeichert, die Texte den Vorgaben nach richtig formatiert wurde, ist der Weg zum druckreifen PDF ein Klacks. Wir wollen nun ein PDF/X-1a schreiben.

Der Weg über Postscript und Distiller ist in unseren Augen nicht mehr erforderlich. Speziell Adobe Indesign erstellt hervorragende PDF per Export. Wie bereits im vorherigen Teil angedeutet widmen wir sich in diesem Artikel vorderhand Indesign und dem PDF Export.

Indesign bietet wie bereits angedeutet einen hervorragenden PDF-Export, welcher den Weg über Postscript unnötig macht. Wählen Sie das Menü „Datei->PDF-Export“ und verändern die Einstellungen wie folgt (siehe auch Screenshots von Indesign CS3). Bei bestimmten Einstellungen finden Sie auch noch zusätzliche Erklärungen, welche Ihnen bei individuellen Einstellungen hilfreich sein werden.

Unbedingt zu beachten:

Bild Allgemein:
Da wir wie bei den letzten Kapiteln beschrieben, sehr sauber gearbeitet und alles kontrolliert haben, einen CMYK Workflow einhalten und ein PDF/X-1a schreiben, können wir gleich dieses PDF als PDF/X-1a zertifizieren. Dafür stellen wir bei Bild „Allgemein“ den Standard auf PDF/X-1a. (Dieser Schritt ist nicht notwendig, wenn Sie entweder kein PDF/X direkt schreiben oder erst im nachhinein das PDF mit Acrobat Professional als PDFX zertifizieren wollen).

Wichtig:
Die Kompatibilität muss (!!) auf Acrobat 4 (PDF 1.3) stehen. Damit werden eventuelle Transparenzen geflattet, sprich diese werden in den Hintergrund eingerechnet. Man kann sich das wie in Photoshop vorstellen, wenn man alle Ebenen auf eine Hintergrundebene reduziert.

Bild Komprimierung:
Als Komprimierung kann ohne weiteres auf Automatisch (JPEG) mit Bildqualität Maximum gestellt werden. Ein eventueller Qualitätsverlust durch die Komprimierung JPEG ist mit freiem Auge nicht sichtbar und wird im Druck durch den Raster neutralisiert. Bei Bedarf kann aber auch auf die ZIP Komprimierung stellen.

Bild Marken und Anschnitt:
Hier sollte alles selbsterklärend sein. Beschnitt nicht vergessen!

Bild Ausgabe:
Als Farbkonvertierung stellen wir auf „In Zielprofil konvertieren (Nummern beibehalten)„. Bei Punkt Ziel wird das jeweilige Profil für gewünschte Druckverfahren ausgewählt, in unserem Beispiel der Bogenoffset. Profile werden nicht eingeschlossen. Wir aktivieren hier deshalb die Farbkonvertierung, falls sich doch RGB-Daten im Indesign Dokument dazugeschummelt haben. Punkto CMYK zu CMYK Konvertierung beachten Sie bitte die Besonderheiten in Indesign, welche wir in Kapitel 2 und Kapitel 3 näher erläutert haben.

Da wir in unserem Beispiel das PDF gleich als PDF/X zertifizieren, müssen wir im Formularfeld PDF/X den Namen des Ausgabemethodenprofils festlegen. Alle anderen Felder sind nicht zwingend notwendig und können leer bleiben. (Dieser Schritt ist nicht notwendig, wenn Sie entweder kein PDF/X direkt schreiben oder erst im nachhinein das PDF mit Acrobat Professional als PDFX zertifizieren wollen).

Bild Erweitert:
Transparenzreduzierung gehört auf [Hohe Auflösung] gestellt, andernfalls werden bei einer eventuellen Transparenzreduzierung die Daten nur niedrig ausgelöst geflättet!

Bild Sicherheit:
Hier darf nichts aktiviert sein. Druckbare PDFs dürfen keinerlei Beeinschränkungen aufweisen.

Voila – Gratulation

Sofern Sie alles richtig gemacht haben, haben Sie soeben ein druckreifes PDF mit einer PDF/X-1a Zertifizierung erzeugt. Gratulation!

Wie Sie sicherlich bemerkt haben, ist dies absolut keine Hexerei, wenn man einige Dinge beachtet. Klar gebe es noch andere Wege, PDF zu erzeugen, klar könnte man noch RGB-Daten einbinden, klar ist die Erzeugung eines PDF/X-3 oder eines PDF/X-4 nicht wesentlich komplexer als oben angeführter Arbeitsschritt.

Sobald man mal die Grundzüge des PDF und deren verschiedenen X-Spezifikationen versteht sind die anderen Schritte selbsterklärend. Der hier in diesem Leitfaden gezeigte Weg ist nicht nur der einfachste, sondern auch derzeit der Standard im Printgewerbe.

Und wie geht es weiter …?

War es das schon? Schliesslich wurde gezeigt wie man korrekte PDF/X erstellt.

Ja und Nein.

PDFX erstellen schön und gut, aber ohne vorherige Kontrolle sollte man Daten nie ausser Haus geben. Schliesslich sorgen fehlerhafte Daten nicht nur für schlechte Stimmung, sondern auch für erhebliche Kosten.

Darum werden noch einige Artikel zum Thema PDF und PDF/X folgen. Unter anderem:

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7 Antworten zu “PDF/X – Leitfaden Teil 4”

  1. Sabrina

    Im Prinzip sollte es vollkommen ausreichen, PDFX-1a zertifizierte Dokumente zu erstellen, schliesslich können die meisten die Bilddaten nur im cmyk Modus ordentlich bearbeiten.

    Ich finde diesen Leitfaden sehr schwer in Ordnung und werde diesensicherlich weiterempfehlen. Danke. Sabrina

  2. Sabine

    Warum sollen alle Bilddaten in CMYK konvertiert werden. Das macht doch Indesign automatisch (auf Wunsch) Wenn zum Beispiel eine PDF im Internet veröffentlichen will, ist es doch gut, die Bilder in AdobeRGB/ProRGB zu halten und nur wenn es benötigt wird am Ende zu konvertieren.
    Dazu ist doch der Workflow gedacht (von Adobe)! Oder?

  3. Ragi

    @ Sabine
    CMYK- Konvertierung deshalb, da du hier mehr Kontrolle über das gedruckte Ergebnis hast. Ein anderer Grund wäre, dass gerade Anfänger mit dem CMYK Workflow eher zurechtkommen und daher weniger fehlerhafte Daten abliefern.

    Für Internetpublikationen benötigst du das sRBG-Profil, welches einen wesentlich kleineren Farbraum aufweist wie zB das AdobeRGB oder eciRGB. Sowohl AdobeRGB als auch eciRGB sind für das Internet quasi unbrauchbar.

    BTW: Der angedachte Workflow in allen Ehren, aber ich kann mir derzeit kaum einen sinnvollen Grund vorstellen, für den Druck und das Internet ein und dieselben Daten zu verwenden. Gerade dann nicht, wenn man für das jeweilige Medium das Optimum herausholen will.

  4. Sabine

    @Ragi:
    Manuelle CMYK-Konvertierung mit mehr Kontrolle. Ok.
    Internet=sRGB. Ja. Ist klar.
    BTW: Der Gedanke ist doch so lange wie möglich mit den bestmöglichen Daten zu arbeiten und dann erst ganz am Ende je nach Zielmedium zu konvertieren. Wenn ich gleich zu Anfang aus meinen Daten CMYKs mache, dann kann ich am Ende meiner Arbeit nur mit Abstrichen ein PDF für das Internet erstellen.
    Ebenso: Skalierst Du von vonerein alle Bilddaten auf die Ausgabegröße? Was ist, wenn das Layout verändert wird? Nochmal CMYK/Skalierung? Auch die Datenmenge wird dadurch ja durch redundante Daten nicht notwendiger Weise vergrößert.
    Die Frage ist also, ob die Datenmenge und die flexible End-Datenkonvertierung nicht gegen eine Manuelle Konvertierung spricht, bzw. die Vorteile größer sind.

  5. Ragi

    @Sabine
    Ja, da hast du schon recht. natürlich sollte man so lange wie möglich (besonders wenn noch Tonwertkorrektur, selektive Farbkorrektur, … ausstehen) im grösstmöglichsten Farbraum arbeiten. Je später man nach cmyk konvertiert umso besser. Anfänger werden hier eher früher als später nach CMYK konvertieren, da diese sich hier leichter tun, als Farbänderungen im RGB Modus durchzuführen.

    Nicht zu vergessen, dass dieser Leitfaden speziell auf die Zielgruppe Anfänger abzielt. Aber auch den Profis aus dem Printgewerbe würde ich empfehlen, letzten Endes in dem CMYK Modus zu wechseln, da dieser hier noch allerhand punkto Schärfe, Tiefenzeichnung, Schwarzaufbau, … herausholen kann.

    Dies trifft hauptsächlich auf die Werbeindustrie zu, welche geschönte Bilder voraussetzt. Wird nur irgend ein Billig-Prospekt gedruckt, welcher nichts kosten darf und auf ho-ruck produziert wird, sind diese Schritte natürlich nicht notwendig, allerdings bezweifle ich, ob Anfänger brauchbare Daten liefern können. Da ist der Weg, „lieber ein Schritt mehr“ wohl besser.

    Die nächste Aussage wird dich wahrscheinlich verwundern.
    In 98% der Fällen skaliere ich KEINE Daten extra in Photoshop auf die Endgrösse herunter. Ist eine reine Augenwischerei und zeigt im Druck keinerlei sichtbare Auswirkungen. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, jedoch kommen diese nur sehr marginal vor.

    Ist dieselbe Leier wie mit zip anstatt jpeg Komprimierung.
    Wird zwar im Prinzip dutzendfach von Theoretikern gepredigt, welche mit der Praxis nichts am Hut haben.

  6. Druckerei WIRmachenDRUCK

    Sehr schönes Tutorial zur Erstellung drucktauglicher pdf-Dateien mit PDFX-Zertifizierung. Kompliment!

  7. Klaus Wenderoth

    Wie komplex das Thema ist, zeigt schon die Länge dieses Artikels (der Artikelserie) Trotzdem sehr anschaulich und verständlich geschrieben.

    Für den „Nicht-Experten“ wird insbesondere ersichtlich, wie wichtig ein druckreifes PDF für die Datenübergabe an die Druckerei ist, wenn es im Nachhinein nicht zu Problemen kommen soll.

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