Unterschied Sonderfarbe zu Schmuckfarbe

Kategorie: Farbe | 4 Kommentare »

Viele Grafiklehrlinge lassen sich anfangs noch von Sonderfarbe und Schmuckfarbe verwirren, da diese der Meinung sind, es handle sich um zwei verschiedene Sachen. Tatsächlich besteht zwischen Sonderfarbe und Schmuckfarbe keinerlei Unterschied. Beide Begriffe bezeichnen eine vom Farblieferanten fertig gemischte Farbe, welche nicht erst durch das Übereinanderdrucken der CMYK Farben erzielt wird. Als Sonderfarbe bzw. Schmuckfarbe werden oftmals HKS oder Pantone Farben verwendet.

4 Antworten zu “Unterschied Sonderfarbe zu Schmuckfarbe”

  1. Peter

    Spotfarbe, Volltonfarbe oder Echtfarbe sind weitere Begriffe dafür. Verwirrend ist vor allem, dass man in manchen Programmen einer CMYK-Farbe (Prozessfarbe) einen Namen geben kann (z. B. Framemaker), in anderen Programmen wie z. B. Indesign aber nur Volltonfarben. Indesign hat zusatzlich noch die Tücke, dass man eine Volltonfarbe über CMYK-Werte anlegen kann – trotzdem wird es aber im Dokument und im PDF ein eigener Farbauszug. Und das kann peinlich und teuer enden.

  2. Administrator

    Nun ja, Spotfarbe, Volltonfarbe, wie auch Echtfarbe sind eher Begriffe die aus den jeweiligen Programmen herstammen, und wohl auf die Übersetzer zurückzuführen sind. Das ist wohl übel, dass hier jeder sein eigenes Süppchen kochen muss und nicht auf einen fest definierten Wortstamm zurückgreift (z.B. aus der Druckerbranche)

    Übrigens, es lassen sich auch in Indesign CMYK Farben benennen. Man muss nur bei den Farbfeldoptionen das Hackchen bei „Name mit Farbwert“ wegklicken. Dann kann man jeden beliebigen namen angeben.

    Den letzten Punkt verstehe ich allerdings nicht ganz. Wenn man eine Volltonflache über einen CMYK Auszug legt, dann habe ich automatisch 5 Farben. Ist doch wohl klar, dass auch dann das PDF 5 Farben aufweist.

  3. Peter

    Ah, gut, ich habe mich schon gewundert, warum das bei mir nicht ging. Ich arbeite üblicherweise mit Framemaker und kenne Indesign noch nicht so gut.

    Den letzten Punkt habe ich so gemeint: Der Anwender definiert eine Volltonfarbe, gibt ihr einen Namen, zum Beispiel „Hausfarbe-Gelb“, wahlt aber in der Farbwahl kein Pantone etc. aus, sondern definiert einen CMYK-Wert für diese Farbe. Wenn er den Unterschied zwischen Sonderfarbe und Prozessfarbe nicht oder nur halb kennt, wird er der Meinung sein, er hatte eine CMYK-Farbe definiert (schließlich hat er ja CMYK-Werte ausgewahlt), in Wirklichkeit hat er aber eine Sonderfarbe angelegt. Wir bekommen oft derartige Dateien mit Dutzenden von Sonderfarben, und wenn man die Leute darauf anspricht, kommt genau dieses Argument: Wieso Sonderfarben, ich habe doch CMYK ausgewahlt … Klar, es ist ein Benutzerfehler, aber das Interface von Indesign ist hier ein bisschen missverstandlich, zumal, wenn man wie ich dieses Hakchen bei „Name mit Farbwert“ nicht findet 🙂

  4. Administrator

    Sonderfarben anlegen, auch wenn diese mit CMYK definiert wird bleibt eine Sonderfarbe, solange dies als Schmuckfarbe angekreuzt ist.

    Man kann das aber in z.B. Indesign leicht feststellen, ob Sonderfarben, CMYK oder RGB Farben vorhanden sind, wenn man einen Blick auf die Farbpalette wirft.

    Neben den Farbnamen werden zwei Kastchen angeführt. Das erste Kastchen zeigt an, ob es sich um eine Sonderfarbe (Kastchen mit einem Kreis) oder um eine Prozessfarbe (graues Kastchen) handelt, das zweite Kastchen gibt an ob es sich um CMYK, RGB oder LAB Farbmodus handelt.

    Das ist relativ wichtig. Solange eine Volltonfarbe mit CMYK Werten definiert wurde, ist es in der Regel kein Problem die Datei als korrekten 4-Farber auszubelichten. Ist allerdings die Volltonfarbe mit RGB Werten definiert, besteht die Gefahr, falls ein 4-Farber benötigt wird, diese nicht mit den korrekten Tonwerten ausbelichtet wird.

    Last but not least:
    Profis kontrollieren eine Datei immer, ob alle Daten und Einstellungen korrekt sind und im richtigen Farbraum vorliegen (Stichwort Preflight). So passieren in der Regel keine teuren Fehlbelichtungen o.a.

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